Vom Reststoff zum Rohstoff

Vaude gründet Upcycling-Werkstatt mit Flüchtlingen

Vaude Upcycling-Projekt in der Nähwerkstatt (Foto: Vaude)
Vaude Upcycling-Projekt in der Nähwerkstatt (Foto: Vaude)

Vaude hat in Tettnang eine Upcycling-Werkstatt eingerichtet. Damit will der Outdoor-Ausrüster zeigen, wie Ressourcen geschont werden können, Integration gelingen und ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf den Weg gebracht werden kann.

Unter dem Motto ’Vom Reststoff zum Rohstoff“ hat Vaude eine kleine Upcycling-Werkstatt gegründet, in der neue Produkte hergestellt werden. Statt Stanzreste und Materialüberschüsse, die in der Produktion anfallen, wie bisher üblich zu entsorgen, werden diese nun gesammelt und sortiert, heißt es von Seiten der Bike- und Outdoor Brand Vaude.

Alle Reste, die groß genug sind, um daraus neue Produkte zu nähen, gelangen auf direktem Weg in die neu eingerichtete Upcycling-Werkstatt. Dort entstehen Shopper in zwei Größen und vielen verschiedenen Farbkombinationen. „Durch das Projekt können wir rund 900 kg Restmüll pro Jahr vermeiden – daraus stellen wir stattdessen viele tolle Upcycling-Taschen her“, freut sich Lisa Fiedler, Vaude Unternehmensentwicklung.

Ab Mitte März 2018 sind die Taschen zunächst in den Vaude Stores, im Fabrikverkauf in Tettnang-Obereisenbach sowie in den Outlets erhältlich. Im Laufe des Jahres folgen Verkaufsaktionen mit Fachhändlern.

Förderprojekt der DBU mit geflüchteten Menschen

Angefangen hat alles im Jahr 2016, als Vaude Nähworkshops für Geflüchtete anbot, um ihnen einen Einblick in den Arbeitsalltag zu geben. Dabei wurden bereits aus Materialresten der Manufaktur Shopper hergestellt. Die Taschen gingen bei einer Verkaufsaktion in kürzester Zeit über die Ladentheke. Den Erlös spendete das Unternehmen an das Asylnetzwerk Tettnang, mit dessen Unterstützung die Workshops durchgeführt wurden. Das Feedback auf diese Aktion war durchweg positiv. So kam die Idee auf, eine Upcycling-Werkstatt mit Geflüchteten zu gründen. Mit Hilfe der Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die im September 2017 Fördermittel von 70.000 Euro für das Projekt bewilligte, konnte es nun umgesetzt werden.

Vaude hat die erforderliche betriebliche Struktur aufgebaut und Noura Batrdoukfest angestellt. Neben den Anfangsinvestitionen für die Upcycling-Werkstatt soll durch die Fördergelder auch eine Upcycling-Community entstehen, die Vaude gemeinsam mit Partnerunternehmen ins Leben rufen möchte. Sie soll als Material-Austauschbörse und zur Ideenfindung für neue Upcycling-Produkte und Kooperationen dienen.

„Mit der Entwicklung eines Upcycling-Fertigungsprozesses, gepaart mit dem Aufbau eines neuen Businessmodells, eröffnen sich für Vaude neue Möglichkeiten der Wertschöpfung bei gleichzeitiger Ressourceneinsparung und Abfallvermeidung. Durch die Verzahnung mit den bereits eingebundenen Unternehmen und Institutionen wird zudem eine Plattform für Upcycling-Produktionen entstehen“, so Dr. Maximilian Hempel, Deutsche Bundesstiftung Umwelt. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Geflüchteten. Ihnen werden vertiefte Einblicke in betriebliche Abläufe ermöglicht und berufliche Perspektiven aufgezeigt. Ich hoffe, dass sich das Projekt weiter erfolgreich entwickelt und es viele zum Nachahmen inspiriert.“

Michael Frantze / 22.02.2018 - 11:13 Uhr

Michael Frantze / 22.02.2018 - 11:13 Uhr

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