Mittelstand tut zu wenig

KfW will Digitalisierung fördern

„Mit den neuen Förderansätzen wollen wir die Themen Digitalisierung und Innovation noch stärker in den Vordergrund rücken.“ Dr. Ingrid Hengster, Vorstand der KfW (Foto: KfW Bildarchiv / Susanne Schmidt-Dominé)
„Mit den neuen Förderansätzen wollen wir die Themen Digitalisierung und Innovation noch stärker in den Vordergrund rücken.“ Dr. Ingrid Hengster, Vorstand der KfW (Foto: KfW Bildarchiv / Susanne Schmidt-Dominé)

Die KfW unterstützt ab dem 1. Juli 2017 die digitale Transformation und die Innovationstätigkeit des Mittelstandes mit neuen Förderprogrammen.

Wie Untersuchungen von KfW-Research zeigen, schöpfen weite Teile der mittelständischen Unternehmen in Deutschland das Potenzial der Digitalisierung bei Weitem nicht aus. Der Anteil der innovativen Unternehmen sei laut der Bank zuletzt auf einen Tiefststand gesunken.

Der neue „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ ist zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben einsetzbar. Gefördert wird die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren - beispielsweise die Vernetzung der Produktionssysteme unter dem Stichwort Industrie 4.0. Auch Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie bzw. -organisation auf die Digitalisierung können begleitet werden.Kernelement der Förderung ist eine optionale Haftungsfreistellung in Höhe von 70 Prozent für Kredite an Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Die KfW könne einen umfangreichen Teil des Ausfallrisikos übernehmen und so den durchleitenden Hausbanken die Kreditvergabe erleichtern. Hierfür stellt der Europäische Investitionsfonds (EIF) mit Mitteln des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) eine Garantie zur Verfügung. Durch die Unterstützung der Europäischen Union könne die KfW gerade Unternehmen mit einer schwächeren Bonität besonders günstige Konditionen anbieten. Auch die Konditionen für kleine und mittlere Unternehmen (gemäß EU-Definition) werden zusätzlich vergünstigt.

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, erklärte: "Die Digitalisierung ist der Schlüssel für erfolgreiche Wertschöpfung im 21. Jahrhundert. Wir wollen die Innovationskraft des Mittelstandes unterstützen. Denn nur ein innovativer Mittelstand auf der Höhe der Zeit kann sich den globalen wirtschaftlichen Herausforderungen stellen. Ich freue mich, dass die KfW mit den neuen ERP-Programmen den deutschen Mittelstand bei Innovation und Digitalisierung unterstützt."

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW, erklärt: "Die Digitalisierung ist ein erfolgsentscheidender Faktor des Wandels, dessen Geschwindigkeit und Tiefe noch gar nicht vollständig absehbar ist. Fest steht aber: Unternehmen müssen sich der Digitalisierung konstruktiv annehmen und innovativ sein, wenn sie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben wollen. In der Breite des Mittelstands wird bisher noch zu wenig dafür getan. Mit den neuen Förderansätzen wollen wir die Themen Digitalisierung und Innovation noch stärker in den Vordergrund rücken."

Tobias Kurtz / 08.05.2017 - 16:32 Uhr

Tobias Kurtz / 08.05.2017 - 16:32 Uhr

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